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Dienstag, 5. April 2011

Nachtrag

Hallo lieber Leser, der du gerade über diesen Blog gestolpert bist, weil du dich für irgendwas, dass ich geschrieben habe interessierst!


Ich war seit Frühling 2009 nicht mehr in Indien, den Blog lasse ich allerdings stehen, weil es mir immer wieder Spass macht darin zu browsen, und vielleicht sind für die ein oder anderen ein paar Infos für ihren Indienaufenthalt interessant.


Die Einträge endeten ja abrupt mitten in meinem Kurzbesuch im März 2009, was damit zu tun hatte, dass ich mir am Flughafen in Bombay eine Lebensmittelvergiftung geholt hatte. Ich habe an einem der Stände dort diesen gekochte-Maiskörner-Imbiss gegessen, und das hatte sich einige Stunden später übelst gerächt. Ich hatte am nächsten Tag einen Nachtflug von Chennai nach Dubai (um dort weitere drei Tage zu arbeiten) und habe mit bösen Magenschmerzen die 10 Stunden vor dem Flug absolut nichts bei mir behalten können. Was jetzt nicht so super ist, wenn man beim Einchecken und der Passkontrolle jeweils 1 Stunde Schlange stehen muss. Da war wohl mein Karma beleidigt, weil es wusste, dass dies mein letzter Indienaufenthalt für länger werden sollte.


Im Moment sieht es leider auch nicht so aus, als ob ich bald wieder nach Indien kommen würde, obwohl ich es sehr vermisse.


P.S. Zwecks besserer Übersicht über die einzelnen Posts könnte ich auch noch diese Blogansicht empfehlen: http://babaindia.blogspot.com/view/timeslide

Mittwoch, 25. März 2009

2 Flüge später

Hechel. So 1-Tag-Besuche gehen an die Substanz. Heute abend bin ich noch in Delhi. Morgen früh um 8.30 gehts dann weiter nach Bombay. Und um 18.30 weiter zurück nach Chennai.

Jetzt bin ich also noch eine Nacht in Delhi, dass sich sehr freundlich gezeigt hat. Kein Sandsturm wie im letzten Mai. Dafür einen tollen Blick auf das Regierungsviertel von meinem Zimmer im Le Meridien aus.









Hier in Indien sagt übrigens wirklich jeder mit dem ich zu tun habe Bombay statt Mumbai. Also habe ich mir es auch wieder angewöhnt. Ich weigere mich auch Bengaluru statt Bangalore zu sagen. Die gleiche Regierung die das eingeführt hat (gaaanz weit rechts im Spektrum) verlangt übrigens auch von allen Fluggästen von Inlandsflügen 260INR damit die den Abflugterminal am neuen Flughafen in Bangalore betreten dürfen. Unter dem Deckmantel "Development-Tax" also Entwicklungssteuer. Raubritterabzocke passt wohl eher. Da hat wohl jemand von der Zentral Regierung keine Kohle für den Flughafen Neubau bekommen und besorgt sich das Geld anderswertig.











Dafür ist der Flughafen richtig klasse. *Lob*
Er liegt allerdings über 30km ausserhalb der Stadt und die Autobahn ähnliche Rennstrecke war auch das erste Mal wo ich mich im indischen Strassenverkehr so richtig gefürchtet habe. Die fahren wie die Irren. 3-5 spurig je nach dem wie sehr der Vordermann im Weg fährt. Ich mochte besonders den mit Granitblöcken beladenen LKW der einfach mal so von links nach ganz rechts gewechselt hat, ohne Rücksicht darauf dass unser Corsa da noch im Weg war und unser Fahrer andachte auf stur zu schalten bis ich losschimpfte. Egal. Ein Abenteuer pro Reise muss wohl sein.

In Delhi sieht man das wohl relaxter. Es wuselt zwar so richtig mit Leuten und Mopeds und Rikshas und Autos. Aber die Hauptstädter sind wohl ein wenig abgeklärter.
Die SAE in Delhi liegt in der South Extention einem Viertel mit ganz schmalen Gässchen, Chaos, Momo Buden und eher unbekannten Mausolen aus der Mughal Ära.











So, jetzt aber ab ins Bett. Wecker klingelt um 5:55. Für 6:30 ist der Wagen bestellt. Morgen wird es mit Internetz Zugang bei mir eher mau aussehen. Kann gut sein, dass ich mich hier erst wieder aus Dubai melde.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Wieder mal typisch

Eigentlich sollte ich in 3 Stunden von ca. 1000 Studenten des MCC (Madras Christian College) stehen und ihnen erzählen, was für coole Jobs es in der Unterhaltungsbranche gibt. Allerdings wurde das Ganze heute früh auf nächste Woche verschoben und so bin ich raus aus der Geschichte.
Ich bin gestern extra schon früher (gegen 23.00) vom Pasha nach Hause gegangen, in das mich Sujatha und Shakti nach ein paar Drinks im 10 Downing Street geschleppt haben. Gestern war nämlich "Desi Night" in diesem hier anscheinend sehr angesagten Club, was dazu geführt hat, dass ich endlich mal tanzen konnte.
Chennai gilt ja eher als faade Stadt, was das Ausgehen angeht. Unter anderem, weil es seit einigen Jahren eine verpflichtende Sperrstunde um 23.30 Uhr gibt (die hier im Gegensatz zu zb Mumbai nicht legal umgangen werden kann) Das Pasha macht auch tatsächlich vor Mitternacht zu.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind übrigens strenger seit dem Terroranschlag. Unser Auto wurde in der Einfahrt zum The Park Hotel von drei Leuten auf Bomben und Waffen durchsucht. Meine Tasche sehr gründlich gefilzt. Ich kam ja direkt aus dem Büro und hatte deshalb unter anderem auch meine Kamera mit. Die ich am Eingang vom Pasha abgeben musste. Laut Shakti sind da schon zu oft Bilder von Dingen in die Klatschpresse gekommen, die da gar nix verloren haben..

Anyway. Auch wenn ich heute einen Punkt weniger auf meiner ToDo Liste habe, stressig ist es weiterhin.

Montag, 8. Dezember 2008

Sonntagsausflug

Es ist ja nicht so, als ob ich viel Sightseeing gemacht habe seit ich hier bin. Dazu komme ich bei meinem "Eintages-Wochenende" einfach kaum. Umso netter war es, dass mich Vandhana und Bala gestern vormittag zu Hause abgeholt haben und mit mir in den Süden von Chennai zum Dakshina Chitra Freiluft Museum gefahren sind.









Es liegt ca 20km südlich von Chennai an der ECR (East Coast Road) in direkter Nachbarschaft zum MGM Dizee World (sic!) Vergnügungspark.









Das Gelände ist richtig schön. Ein gut geführtes Freilichtmuseum mit alten Häusern aus den verschiedenen Staaten Süd-Indiens. Dazu gibt es Einblick in unterschiedlichste Kunsthandwerksberufe









Man kann sich von Papageien die Zukunft vorhersagen lassen, einem Sariweber bei der Arbeit zuschauen, frisches Kokosnuss Wasser direkt aus der Kokosnuss trinken, töpfern, malen, essen, shoppen, heiraten, einfach nur herumwandern oder gemütlich aus der Veranda meines Lieblingshauses, einem Hindu Farmhaus aus Kerala, sitzen.

Mehr Bilder wie immer auf Flickr. (Und vielleicht bald noch ein Update hier. Ich glaube Bala hat mich bei meinen erbärmlichen Versuchen an der Töpferscheibe, mit denen ich alle Umstehenden köstlichst unterhalten habe, fotografiert..)

Dakshina Chitra. Besuchsempfehlung. Besonders wenn man danach noch ein paar Minuten weiter Richtung Süden zum ECR Dabba, einem sehr leckeren Punjabi Lokal essen fährt. Butterchicken und Cheese Naan. Lecker.

UPDATE: wie versprochen, ein Bild von meinen Versuchen an der Töpferscheibe. Als passendes Hintergrundgeräusch in diesem Moment stelle man sich schallendes Gelächter der Umstehenden und des Töpfers vor. Weil mir da grad der Ton um die Ohren flog.












Ich bleibe dann doch lieber bei Tontechnik..

Montag, 24. November 2008

Man soll nix verschreien..

Seit Freitag 18.00 Uhr regnet es so richtig monsoon-ig (also immer wieder mal super heftig dann tröpfelt es, dann ist wieder mal kurz Ruhe usw). Freitag abend begann das ganze mit 2 Stunden mörderischem Schütten. Ich hatte allerdings Glück und hab noch eine Riksha (zu Normalpreis!) erwischt, so bin ich dann doch fast rechtzeitig zum Konzert gekommen.











Es ist irgendwie leicht surreal, in einem indischen Konzertsaal zu sitzen unter den wachsamen Augen mit Girlanden geschmückter Bilder toter berühmter tamilischer Künstler, unter einem Heer von Deckenventilatoren und einem deutschen Jazztrio zu zuhören.









Schade, dass mir die Musik etwas zu lauwarm war. Ich bin dann doch eher der high-energy Jazzfan. Nichtsdestotrotz war es spannend das Publikum zu beobachten. Das erste, dass mir aufgefallen ist, es gab keine Jazzpolizei (wie bei uns). Blos ein paar besonders "coole" Fans die auch bei den lahmsten (um nicht zu sagen langweiligsten Nummern) geradezu in Trance verfallen sind..











Oh ja und dann war da noch eine der übelsten Bühnendekos, die mir jemals untergekommen sind. Dafür war der Sound klasse. Und das ist ja dann doch viel wichtiger. Jawohl.

Freitag, 21. November 2008

Wochenend und Sonnenschein.

Wie ich höre, ist bei euch ja der Winter ausgebrochen/am ausbrechen. Vielleicht ist es ein kleiner Trost, dass es hier im Moment so heiss und schwül ist, dass es ehrlich nicht mehr lustig ist..

Bez. Wochenend. Heute abend werde ich mir ein Konzert der Novemberfest Reihe geben. Deutscher Acoustic Jazz mit Electronic Beats oder so. Hab noch nie was vom Thomas Siffling Trio gehört. Freue mich trotzdem.

Ach ja und dann ist es seit heute fix. Ich komme am 14. Dezember nach Hause. Yuchuiii.

EDIT: oder doch schon wie ursprünglich geplant am 3.12.? Machmal treiben die mich echt in den Wahnsinn hier. Ich denke ich werde einfach schauen ob ich am 3.12. zu Mittag friere.. Wenn ja, dann bin ich in Wien, wenn nein, dann wohl noch in Chennai..

Mittwoch, 5. November 2008

Kindertransport Version 2

Wir hatten ja schon 4 köpfige Familie auf Motorrad. Das geht ja ganz gut wenn Mama ordentlich zupacken kann. Was macht man allerdings mit einem Kleinkind wenn man allein mit ihm unterwegs ist.

Das hier:



















Geht klarerweise blos mit einem Roller. Aber so kann man z.B. auch drei Kinder ganz gut transportieren. Eines vorne und zwei hinter Papa, wobei da das grösste Kind ganz hinten sitzt.

Montag, 3. November 2008

Fort Saint George

War das ein fleissiger Sonntag! Um 9.30 ins Kino ("Fashion" ziemlich schwach, Review kommt wie üblich später im BaB Blog) dann ins Amethyst eine Kleinigkeit essen.











Und dann hab ich es nach zwei Monaten endlich geschafft ins Fort Saint George. Auf dem Gelände gibt es ein Museum, die älteste Anglikanische Kirche ausserhalb des UK und einiges an Administration von Tamil Nadu.















Was zur Folge hat, dass man sich auch nicht unbedingt frei bewegen kann auf dem Gelände. Ich wurde immer wieder von (hauptsächlich weiblichen*) Polizistinnen angehalten und weggeschickt. Hübsch ist es trotzdem, wenn auch alles etwas heruntergekommen wirkt. Die repräsentativen Gebäude haben ganz gepflegte Fassaden, aber das wars dann auch.

Das Museum ist klein (Eintritt 100 Rupies für Nicht-Inder, Fotografieren ohne Blitz erlaubt). Zumindest für mich verwöhnte Wienerin. Allerdings sieht man, dass sie sich Mühe geben mit der Präsentation.











Ein Bild in der Portrait Halle gibt übrigens Anlass zu Spekulationen. Denn so wie es aussieht, wurde dem armen Kerl mal der Kopf ausgewechselt. Es war leider niemand da, den ich nach dem warum und wie Fragen hätte können. Also werde ich wohl eine abenteuerliche Geschichte über Meuterei, einen falschen Nayak und eine rachsüchtige Spionin erfinden müssen, wenn jemand fragt.














mehr Bilder gibt es auf Flickr.
*es ist auffallend, dass Sonntags hauptsächlich die weiblichen Polizistinnen Dienst haben. Auch beim Haus vom Chief Minister ist da so. Warum wohl?

Samstag, 1. November 2008

Busfahren Teil Zwei

Da mich Vanthana gestern nochmal begleitet hat zum Sari-abholen, bin ich gestern auch nochmal dazu gekommen mit dem Bus zu fahren.

Diesesmal wars nicht so voll und deshalb konnte ich es auch mehr geniessen. Auch wenn ich von meinen Mitreisenden wie ein Alien angestarrt wurde. Ausländer fahren einfach nicht mit dem Bus.















Diesesmal war es so ein ganz "klassischer" Bus ohne Türen. Laut Vanthana gibt es drei Varianten von Bussen, die auch unterschiedlich viel kosten. Gestern war es die billigste Version und ich habe für die 3 Stationen die ich gefahren bin dann doch unglaubliche 2 Rupies (3 Cent) bezahlt.

Was ich auch noch gemacht habe war die letzten paar hundert Meter im offenen Eingang zu stehen und während der Fahrt rauszugucken. Wie "filmi"! Klasse!

Dienstag, 14. Oktober 2008

Pre-flight Procedures

Das Flughafen Prozedere ist ein bisserl aufwendiger in Indien als in den mir sonst bekannten Flughäfen.

Deshalb hab ich mir eine Checkliste für heute abend gemacht:

1. Ausgedrucktes E-Ticket und Pass herzeigen am Eingang zum Flughafen (Sonst kommt man nicht rein)

2. Den Koffer den ich einchecken will durchleuchten und "versiegeln" lassen. Das ist irgendwo Mitten im Check-in Terminal. Jede Fluglinie hat seinen eigene "Durchleuchte".

3. Dann mit "versiegeltem" Koffer zum Check-In Counter. JetAirways hat leider kein Webcheck-in wenn man im Ausland einen Anschlussflug hat. Ich hoffe die Schlange wird nicht zu lange sein.

4. Blos nicht vergessen an jedes Stück Handgepäck Papieranhänger der Airline dranmachen. Brauchen wir später noch.

5. Ausreisepass und Zollkontrolle. Letztes Mal hat es ca 40 Minuten gedauert.

6. Security Check. Es gibt eine eigene Reihe für Frauen. Hinter einem Vorhang. Wir wollen da ja nicht unzüchtig werden. Nicht vergessen dabei nochmal Pass herzeigen und Boardkarte abstempeln lassen.

7. Jeder der Handgepäckanhänger muss ebenfalls abgestempelt werden. Kontrollieren nicht vergessen (In Mumbai im Mai musste ich noch mal quer durch den Terminal zurück zum Security Check laufen, weil sie ein Teil nicht abgestempelt hatten)

8. Alle abgestempelten Teile plus abgestempelte Boardkarte beim Boarding herzeigen.

*uuffff*

PS: Ach ja. Und ich bin dann mal weg bis Dienstag.

EDIT: Ein paar Ergänzungen.

1. Bei Jet Airways muss man den Koffer nicht versiegeln lassen.
2. Bei Jet Airways wird der Pass bevor man zum Check-In Schalter kommt eingescannt und mit einem Sticker versehen.
3. Beim Check-In bekommt man ein Ausreise Formular, dass man bei der Passkontrolle ausgefüllt abgeben muss.

Jet Airways Flüge ab Brüssel: Auch mit gültigem Boardingpass muss man vor dem Boarden am Gate nochmal den Reisepass mit der Passagierliste gegenchecken lassen. Etwaiges "through-checked" Gepäck bestätigen lassen. Und überhaupt sollte man einfach sobald man am Abfluggate ankommt mal kurz am Schalter vorstellig werden. Ist nicht schlimm, die sind eh alle sowas von nett.

Montag, 6. Oktober 2008

Sonntag, dieses mal nicht "lazy"

Gestern gab´s volles Programm. In der Früh in einer Mattinee-Vorstellung im Kino (Rock On!! zum dritten und vorläufig letzten Mal. Versprochen.) Vanthana und ihr Mann sind gegangen und haben mich mitgenommen. Danach sind wir ins Citicenter und haben dort ein bisserl rumgestöbert. Dann war wir Essen. Im Enté Keralam. So richtig Südindische Küche. Unglaublich lecker. Und viel zu viel. (Randnotiz: Ich hatte ja eigentlich mal vor in Indien ein paar Kilo Körpergewicht zu lassen, aber wenn das so weiter geht werde ich im Dezember aus dem Flugzeug rollen. Die Portionsgrössen sind irre hier.)















Der Mann von Vanthana ist richtig knuffig und es ist so süss zu sehen wie verliebt die beiden sind. Die beiden sind wirklich das Vorzeigepärchen für arrangierte Ehepaare.

Etwas später am Nachmittag haben mich dann Deepa und ihre Familie aufgelesen. Mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihrer Mutter sind wir in den Süden von Chennai zu zwei Tempeln gefahren.















Der Erste war der Sai Baba Tempel. Es war leider schon kurz nach Sonnenuntergang als wir da ankamen, so habe ich vom Gelände, dass ganz in der Nähe des Meeres liegt nicht mehr viel gesehen. Schön war es trotzdem. Und interessant sowieso.
Am Tempelgelände gibt es Schreine für viele der Hindu Gottheiten und ähnlich wie bei einem katholischen Kalvarienberg sind wir (Barfuss. Schuhe müssen draussen bleiben) von einem Schrein zum nächsten gegangen und bei jedem hat Deepas Familie kurz gebetet. In der Mitte der Anlage befindet sich der Hauptschrein in dem 4 mal täglich Aartis abgehalten werden. Wir kamen gerade zum Ende des Abendgebetes und im Anschluss daran ziehen die Gläubigen an der Statue von Sai Baba vorbei. Da besteht dann zum Einen die Möglichkeit Opfergaben wie zB Blumengirlanden segnen zu lassen, zum anderen verteilen dort Priester heilige Asche aus einer Feuerstelle die seit 114 Jahren brennt. Männlichen Gläubigen tupft der Priester etwas davon auf die Stirn, weibliche bekommen eine Prise in die Hand und steichen sich die Asche selber auf die Stirn. Dann verbeugt man sich an der grossen Sai Baba Statue und berührt mit der Stirn seine versilberten Fussabdrücke. (Ein Zeichen höchster Verehrung und Demut. Denn Füsse und Schuhe gelten in Indien als besonders Unrein. Hier werden keine faulen Tomaten oder Eier geworfen sondern Schuhe..)

Es gibt am Gelände auch einen Wuschbaum. Für 2 Rupien kann man sich einen gesegneten gelben Faden nehmen und sich während man ihn um den Baumstamm knotet etwas wünschen.

Fotos machen ist nicht erlaubt am Gelände, hier deshalb schriftlich ein paar Eindrücke:
- Das ganze Gelände wurde von einer Privatperson gestiftet und strömt herrliche Ruhe aus.
- Am Eingang gibts ein Schild auf dem steht, dass die Priester keine Autos, Motorräder oder Lastwagen segnen.
- In den Bäumen gab es riesige Vogelschwärme.
- Ich habe das erste Mal in Chennai den Mond gesehen.
- Auf dem Rückweg zur Hauptstrasse hielten wir ein paar mal an um Bettlern die am Strassenrand saßen Geld zu geben. Das funktioniert so. Auto anhalten. Fenster runterfahren. Bettler steht auf. Geld wird rausgereicht. Bettler bedankt sich. Fenster geht hoch. Wir fahren 5 Meter weiter. Das selbe nochmal. [zynismus on] war irgendwie ein wenig wie in einem Gute-Tat Drive-in [/zynismus off]

Ich hab dort auch Prasad bekommen. Deepas ganze Familie ist ja noch immer am Fasten, was bedeutet hat, dass ich die Gaben ganz allein essen musste. War so eine Art süsser oranger Griespudding. Sehr lecker.

Danach ging es weiter zum ISKCON Tempel. Die ISKCON Anhänger kennen wir bei uns als die "Hare Krishna" Jungs und Mädels die in den orangen Gewändern singend durch die Mariahilfer Strasse ziehen und Bücher verkaufen.

Das Geld dass sie dabei einnehmen wird unter anderem in Tempelbauten gesteckt. Der Tempel der in Chennai gerade entsteht ist riesig. Allerding soll zB der in Bangalore noch im einiges grösser sein.















Sei es wie es sei, im provisorischen Gebetsraum ging es sehr fröhlich zu. Etwa 7-10 junge Indische ISKCON Mönche (nennt man die so??) haben gesungen, getrommelt und getanzt. Sehr mitreissend. Deepas 18 Monate alter Sohn hatte viel Spass beim mittanzen, was die Mönche übrigens kein bisschen gestört hat, ganz im Gegenteil. Für ein paar Minuten hatte ihn sogar einer im Arm und ist mit ihm herumgetanzt. Fand ich ganz klasse.















Die anwesenden Gläubigen bekamen Blumen von den Altären geschenkt und am Ausgang gab es wieder Prasad. Dieses mal in Rosa mit Rosinen und Cashews. Und wieder hab ich es allein gegessen.

Samstag, 27. September 2008

Lunchtime ausser Haus

Ich war heute noch mal, wie schon vor ein paar Tagen, beim Chinesen zum Mittagessen. Ich hab Deepa, die admninistrative Managerin unserer Schulen in Indien, zum Essen eingeladen, und weil sie so auf chinesisches Essen steht, waren wir bei Wangs Kitchen.













Der Weg dorthin ist nicht weit, vielleicht 5 Minuten zu Fuss ein Stück die Haddows Road entlang und dann durch ein paar Seitenstrassen. Und was gibt es da nicht für coole Dinge entlang des Weges zu sehen.

Zum Beispiel den Bügelwagen. Hier lässt man bügeln, wenn man bügeln lässt. Das Innere des Wagens ist das Bügelbrett, gebügelt wird mit Kohle-Bügeleisen. Ja, genau die Dinger die bei uns in Bauernstuben als Blumenübertöpfe dienen.













Dann wird auch fleissig gebaut. So wie in den meisten Ländern Asiens gibt es auch hier diese spektakulären Bambus-Baugerüste.

















Ja, und dann stand da noch dieses wunderschöne Holzpferd auf einer Veranda.












Gegessen haben wir übrigens als Vorspeise superleckere Fried Mushrooms in Spicy Sweet Chillisauce. Sowas von lecker und und sowas von scharf. Und dann gabs Fried Rice mit Gemüse. Alles sehr lecker und alles vegetarisch (Deepa ist, so wie die meisten der Leute in der SAE, Vegetarierin).

Donnerstag, 25. September 2008

Monsoon-Vorboten

Gestern hat es zum ersten Mal seit ich hier bin so richtig geregnet. Gegen Fünf wurde es auf einmal finster (so richtig. Als wenn die Dämmerung beschlossen hätte 90 Minuten früher zu kommen) Und dann hat es aus allen Eimern gegossen. Entspräche bei uns einem Megawolkenbruch. Hier ist das ganz normaler Monsoonregen.

Um kurz nach Sechs kam dann Deepa ganz hektisch in mein Büro und hat mir "befohlen" sofort zusammen zu packen, weil wir, wenn wir regulär erst um kurz nach 1/2 Sieben gehen, keine "Autos" mehr bekommen würden.
Wir hätten wohl noch früher gehen sollen. Wie in Wien beim ersten Schneefall, verlernen auch in Chennai alle durch den Regen schlagartig das Fahren und die Stadt wird zu einem grossen Stau. Ausserdem sind dann natürlich auch alle Auto-Rikshas besetzt.
Der eine Fahrer, der noch rumstand vor dem Gebäude wollte für den Weg nach Hause, für den ich normalerweise 50 Rupies bezahle, 150 Rupies haben. Also sind wir erst mal zu Fuss losmaschiert. Zum Glück war gerade Regenpause. Zu Fussgehen ist hier nämlich auch ohne Wasser von oben gar nicht so einfach. Gehsteige gibt es kaum. Dafür viele grosse Pfützen. Und jede Menge Gatsch (aka Matsch). Das Hineinsteigen in beides sollte man tunlichst vermeiden. Der Gesundheit zu liebe. Also weicht man ganz einfach weiter in die Fahrbahnen hinein aus. Ist aber nicht ganz so gefährlich wie es klingt, da ja eh alles im Schritttempo vor sich hingestaut hat.
Deepas und mein Weg hat sich nach ca. 5 Gehminuten getrennt. Und keine weiteren 5 Minuten später hab ich dann auch tatsächlich eine Riksha bekommen. Für 50 Rupies. Kein schlechter Preis für den ersten Monsoon Tag.

Dienstag, 23. September 2008

Kino in Chennai

Am kommenden Wochenende sollte es dann wirklich endlich soweit sein, dass ich es endlich hier ins Kino schaffe.

Chennai hat ja anscheinend das Kino mit dem höchsten Wochenendumsatz in Indien. Das Satyam Multiplex gleich bei mir ums Eck gibt an, dass sie bis zu 15.000 Tickets an einem Wochenende verkaufen. Das geht, weil es erstens jede Menge Kinosäle gibt und zweitens, weil die Vorstellungen am Wochenende teils schon um 8:45 Uhr in der Früh starten.
Neben dem Satyam gibt es noch ein weiteres grosses Multiplex das INOX im Citi Center. Ausserdem gibt es natürlich auch noch jede Menge Single Screen Kinos oder kleinere Kinocenter.

Auf eine Sache muss man sich für den Kinobesuch hier unbedingt einstellen. Man muss wirklich vorreservieren, besonders wenn man einen bestimmten Film sehen will. Das gilt zu 100% fürs Wochenende. Ich hab mir letzten Samstag Vormittag das Programm für den selben Abend bzw. den Sonntag angesehen und da war so gut wie nichts mehr zu haben.
Reservieren geht allerdings anscheinend ziemlich einfach. Entweder auf den, herrlich unkomplizierten, Websites der Kinos: Film anwählen, Kategorie und Uhrzeit anwählen, Kreditkartennummer angeben, Kinoticket ausdrucken. Oder man reserviert telefonisch und lässt sich die Karten per Boten zustellen.

Gespielt werden logischerweise zu allererst mal die aktuellen Tamil Filme (ohne UT) aber dann auch eigentlich auch alle Hindi-Releases (ebenfalls ohne UT) und die grossen Hollywoodfilme (meist im Original).

Morgen, Mittwoch wird das Programm für das kommende Wochenende upgedated und dann will Deepa versuchen Karten für "Welcome to Sajjanpur" oder "A Wednesday" zu bekommen. Da werd ich mir mal ansehen wie "einfach" das Abenteuer Kino in Chennai wirklich ist, und wenn ich da durchblicke, dann steht einem grossen Kinowochenende nächste Woche (Donnerstag ist Gandhi Geburtstag und damit Feiertag) mit Drona und Kidnap nichts mehr im Weg. Egal ob mich jemand mitnimmt oder ob ich allein gehen muss.

Montag, 22. September 2008

sunday, lazy sunday

Yup. Das Kaffeehaus ist wirklich ganz nah bei meiner Wohung. Erinnert ihr euch an das Foto mit dem schicken Haus und den schicken Palmen? Das ist es. Nennt sich Amethyst und ist ein altes Herrenhaus mitten in einem paradisischen Garten mit Kaffee/Restaurant, Blumenladen(!) und "The Amethyst Shop" auf den ich später noch mal zu sprechen kommen werde. Ich muss einfach nur die Strasse überqueren. Da isses schon.



















Aber fangen wir doch am Anfang an.
Ich bin, wie hier für mich üblich, um 8 aus dem Bett gekrochen und hab dann mal ein ordentliches Frühstück einworfen. Ich hab übrigens einen neuen Koch namens Pandey. Kheilash ist "to a better job" (zumindest hab ich Mohan so verstanden). Es gab also Toast und Cornflakes und Omlett und Saft und Babybananen und jede Menge Zeitungen.

So kurz nach 10 Uhr begann dann "Operation: Neighborhood" Vorbereitet wie ich bin hab ich mir am Samstag im Büro noch bei Google ein Detailkarte meiner Nachbarschaft ausgedruckt und beschlossen mal einfach eine Runde zu Fuss zu drehen.















Ich also raus aus dem Haus (bewaffnet mit Kamera, Googlemaps Ausdruck und Neil Gaimanbuch) und bin dann mal losmaschiert. Erster Stop das Sathyam Kinocenter. Ist recht praktisch auch in Gehweite. Bemerkenswert. Es ist stark bewacht. Da standen mindestens 10 Polizisten rum. Ausserdem ist es wohl ein Treffpunkt der, ausschliesslich männlichen, Halbstarken. Ach ja und ich konnte nur ein, schlechtes, Foto machen, bevor mich einer der Polizisten verjagt hat.
Egal, ich wollte ja sowieso weiter. Als nächstes bin ich an dem Sportplatz vorbeigegangen, der direkt hinter meinem Haus liegt. Der gehört eigentlich zu einer Schule ist aber am Sonntag Treffpunkt für, wiederum ausschliesslich männliche, Cricketspieler. Bei uns spielen die Jungs Fussball, hier ist es Cricket.















Das Haus mitte/links ist übrigens meines. Zweiter Stock, allerdings gehen meine Fenster auf die andere Seite.
Ich bin dann einfach noch ein bisserl weiter gewandert. Teilweise waren die Strassen super sauber, teilweise musste ich um "Häufchen" herumsteigen. Angeglotzt wurde ich durchgehend, aber ich habe schon gelernt durch die Glotzer hindurch zu schauen und besonders Aufdringliche mit einem "Todesverachtungs-Blut-in-Adern-gefrieren-lassen" Blick zu strafen und beides funktioniert ziemlich gut.



















Trotzdem hatte ich nach ca. 1,5 Stunden genug und hab mich auf den Weg ins Amethyst gemacht. Mei is des nett da.
Man kann entweder im Garten, auf der Veranda oder im Haus selber sitzen. Und sitzen. Und lesen. Und Leute beobachten. Und einen unglaublich leckern frischen Eistee trinken.

Und mehr lesen. Und dann mal einen Mozarella-Tomaten Toast essen. Und weiter lesen. Und mal eine Runde im hauseigenen Schmuck/Klamotten/Möbel/Geschirr Geschäft drehen. Und sich in mindestens 10 Paar unglaublich schicke Ohrringe verlieben. Und finanztechnisch froh sein, dass auch indische Designerklamotten nur für dünne Menschen sind.

Ich bin dann ungefähr 5 Stunden im Amethyst gesessen und habe jede Sekunde genossen. Wenn es mir hier mal zu viel werden sollte ist das wohl die Oase in die ich mich flüchten werde.


PS: Ich habe übrigens noch um einiges mehr an Fotos geschossen und sie, wie es sich gehört, auf meinen Flickr Account hochgeladen. Hier der Link zum Chennai Set in das ich alle Chennai Bilder laden werde. Kommentieren erwünscht.

Samstag, 20. September 2008

Sonntagspläne

Ich hab das mit dem Internet in meiner Wohnung ja immer noch nicht geschafft. Deshalb wird das nächste Update wohl erst am Montag geben.

Morgen hab ich vor, wie schon erwähnt, meine nähere Umgebung zu erkunden. Wenn ich nicht ganz falsch liege müsste ganz in der Nähe ein tolles Kaffeehaus sein. Ausserdem bin ich jetzt schon mehrmals durch ein paar interessante Strassen auf dem Weg nach Hause gefahren, die ich mir etwas näher ansehen will.

Die Gegend in der ich wohne ist ja wirklich ziemlich gut. Ich glaube ich habe schon erwähnt, dass der Chief Minister (aka Landeshauptmann von Tamil Nadu) ganz in der Nähe wohnt. Ich fahr da jeden Abend mit der Riksha vorbei. Ich denke mal das ist das sauberste Eck von Chennai. Und das schwerst bewachte. Apropros schwer bewacht, ebenfalls nur ein paar Ecken weiter ist auch das amerikanische Konsulat. Aussderm gibts noch jede Menge Schulen und wenn man nach den Autos in manchen Hauseinfahrten schliesst, wohnen hier dann doch einige der geldigeren Chennaier. Passt doch für einen Angsthasen wie mich..

Übrigens wann immer ich wo bin oder rausfinde wo sich irgendwas interessantes hier befindet update ich die Google-Map die ich rechts in der Navigationsleiste habe.