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Donnerstag, 25. September 2008

Rikshafahren in Chennai, Teil 2

Ich hatte in der Früh jetzt schon ein paar mal den selben Fahrer. Der weiss schon wo ich hin muss und hat den dafür schnellsten Weg gefunden hat (unter 10 Minuten). Es geht an der schwerbewachten Warteschlange vorm Amerikanischen Konsulat vorbei,















(die heute früh besonders lange war). Dann gehts unter dem Fly-Over durch, ein kurzer U-Turn und anschliessend parallel zur Nukkambakam High Road durch die Seitensträsselchen. Hier ein ca. 90 Sekunden Ausschnitt der heutigen Reise.



Etwas wackeliger als beim ersten Mal, dafür nicht gefährlich.

Monsoon-Vorboten

Gestern hat es zum ersten Mal seit ich hier bin so richtig geregnet. Gegen Fünf wurde es auf einmal finster (so richtig. Als wenn die Dämmerung beschlossen hätte 90 Minuten früher zu kommen) Und dann hat es aus allen Eimern gegossen. Entspräche bei uns einem Megawolkenbruch. Hier ist das ganz normaler Monsoonregen.

Um kurz nach Sechs kam dann Deepa ganz hektisch in mein Büro und hat mir "befohlen" sofort zusammen zu packen, weil wir, wenn wir regulär erst um kurz nach 1/2 Sieben gehen, keine "Autos" mehr bekommen würden.
Wir hätten wohl noch früher gehen sollen. Wie in Wien beim ersten Schneefall, verlernen auch in Chennai alle durch den Regen schlagartig das Fahren und die Stadt wird zu einem grossen Stau. Ausserdem sind dann natürlich auch alle Auto-Rikshas besetzt.
Der eine Fahrer, der noch rumstand vor dem Gebäude wollte für den Weg nach Hause, für den ich normalerweise 50 Rupies bezahle, 150 Rupies haben. Also sind wir erst mal zu Fuss losmaschiert. Zum Glück war gerade Regenpause. Zu Fussgehen ist hier nämlich auch ohne Wasser von oben gar nicht so einfach. Gehsteige gibt es kaum. Dafür viele grosse Pfützen. Und jede Menge Gatsch (aka Matsch). Das Hineinsteigen in beides sollte man tunlichst vermeiden. Der Gesundheit zu liebe. Also weicht man ganz einfach weiter in die Fahrbahnen hinein aus. Ist aber nicht ganz so gefährlich wie es klingt, da ja eh alles im Schritttempo vor sich hingestaut hat.
Deepas und mein Weg hat sich nach ca. 5 Gehminuten getrennt. Und keine weiteren 5 Minuten später hab ich dann auch tatsächlich eine Riksha bekommen. Für 50 Rupies. Kein schlechter Preis für den ersten Monsoon Tag.

Freitag, 19. September 2008

Lost in Translation oder wie sag ichs meinem Auto-wala

Grundsätzlich kommt man in Indien mit Englisch ja ziemlich gut durch. Allerdings kann es immer wieder vorkommen, dass es eben nicht ganz aussreicht. Besonders im Umgang mit Riksha Fahrern sind genauere Ortsangaben oder Richtungsanweisungen auf Englisch nicht immer genug.

Nehmen wir das Beispiel SAE, also meine Firma. Die Adresse ist Jayalakshmi Estates, 29/8 Haddows Road, Chennai 600006.
Würde ich jetzt dem Fahrer einfach nur diese Adresse in feinst europäischem Englisch vor den Latz knallen, wäre ich nach einer Stunde noch nicht am Ziel. Zu allererst würde er Haddows Road schon mal nicht verstehen. Mir ist aufgefallen dass die Verständlichkeit steigt wenn ich es eher wie "Haldohs Raad" ausspreche.
Das reicht allerdings auch noch nicht unbedingt. Denn Chennai ist riesig und auch wenn die Haddows Road jetzt eher eine stark befahrene durchaus bekannte Strasse ist, tut er sich leichter wenn ich ihm auch noch eine Orientierungshilfe dazu sage. Im diesem Fall ist das die Passport Office, die ebenfalls auf der Haddows Road angesiedelt ist und die in Chennai klarerweise jeder kennt. Nur ist die SAE nicht direkt neben dem Passamt sondern auf der anderen Strassenseite in etwa zwei Kreuzungen weiter. Und das wiederum hat so seine Tücken..

Was also täglich in der Früh passiert ist folgendes: Man begibt sich zur nächstgelegenen Autoriksha. Nimmt Augenkontakt auf. Kurzes Kopfnicken/-schütteln auf beiden Seiten. Dann kommt mein "Haldohs Raad". Unverständnis im Blick meines Gegenüber. Kurse Kunstpause meinerseits. "Next to Paassport Affis. Apposit" Hah. Es dämmert. Zustimmendes Kopfwackeln. Jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt. Ich sage "How much?" die Antwort kommt sofort "70 Rupies" Ich gebe mich entsetzt/betroffen/schockiert "Too much. 40." Entsetzen auf Seiten des Fahrers. Meist kommen jetzt irgendwelche Aussagen wie "Einbahn, U-turn, Rückfahrt, Ausserirdische haben meine Mutter entführt...." Einfach alles ignorieren und nochmal 40 sagen. Er geht runter auf 60. Ich geh rauf auf 50. Wir sind beide einverstanden und ab geht die Fahrt. Im Moment sind dauert die so ungefähr 15 Minuten.
Ab dem Zeitpunkt in dem wir in die Haddows Road einbiegen wird´s dann wieder spannend. Der Fahrer hat meist überhört/vergessen, dass ich "next/opposite to Passport Office" gesagt habe und will gleich mal vor dem Passamt stehen bleiben. Also sag ich "No, aaposit"
Wenn ich Glück habe dann versteht er, wenn nicht versuch ichs auf Tamil "Etir Puram". Gut. Also halsbrecherische Fahrt quer durch 4-6 Spuren. Allerdings sind wir dann immer noch nicht da.
Nächste Anweisung: "go on, little more" Das nutzt meist gar nix. Also mit den Händen deuten und "neeraa" (geradeaus) "innum"(mehr) bis dann endlich das Strasseneck kommt an dem die SAE ist. Ein kurzes "Staap" (stop) mit dazupassendem auf-das-Gebäude-Zeigefingerdeuten. Er bleibt stehen. Ich steig aus. Drück ihm den vereinbarten Preis in die Hand (ignoriere irgendwelche Nachforderungen - das gabs auch schon mal) und der Arbeitstag kann beginnen.

Die Moral der Geschichte. Preis vorher ausmachen. Immer einen Orientierungspunkt zur Adresse dazu sagen. Richtungsanweisungen in Lokalsprache helfen ungemein. Wobei ich an meinem "noch weiter geradeaus" noch etwas arbeiten muss.

Donnerstag, 11. September 2008

Rikshafahren in Chennai, Teil 1

Zum Aufwärmen heute mal eine ganz harmlose Rikshafahrt. Für Chennai´s Verkehrsverhältnisse waren die Strassen da fast leer.