Dienstag, 5. April 2011

Nachtrag

Hallo lieber Leser, der du gerade über diesen Blog gestolpert bist, weil du dich für irgendwas, dass ich geschrieben habe interessierst!


Ich bin seit Frühling 2009 nicht mehr in Indien gewesen, den Blog lasse ich allerdings stehen, weil es mir immer wieder Spass macht darin zu browsen und vielleicht sind für den ein oder anderen ein paar Infos für ihren Indienaufenthalt interessant.


Die Einträge endeten ja abrupt mitten in meinem Kurzbesuch im März 2009, was damit zu tun hatte, dass ich mir am Flughafen in Bombay eine Art Lebensmittelvergiftung oder zumindest eine ziemlich heftige Version von Montezumas Rache holte. Ich habe an einem der Stände dort diesen gekochte-Maiskörner-Imbiss gegessen, und das hatte sich 14 Stunden später übelst gerächt. Ich hatte am nächsten Tag einen Nachtflug von Chennai nach Dubai (um dort weitere drei Tage zu arbeiten) und habe mit bösen Magenschmerzen die 10 Stunden vor dem Flug absolut nichts bei mir behalten können. Was richtig "Spass" macht wenn man beim Einchecken und der Passkontrolle jeweils 1 Stunde Schlange steht. Da war wohl das Karma beleidigt, weil es wusste, dass dies mein letzter Indienaufenthalt für länger werden sollte.


Im Moment sieht es leider auch nicht so aus, als ob ich bald wieder nach Indien kommen würde, obwohl ich es sehr vermisse.


P.S. Zwecks besserer Übersicht über die einzelnen Posts könnte ich auch noch diese Blogansicht empfehlen: http://babaindia.blogspot.com/view/timeslide


PPS: Wer wissen will was mich im Moment so bewegt. In meinem Tumblr poste ich alles was mir so einfällt, ganz ohne spezielles Thema, allerdings meist auf Englisch.

Mittwoch, 25. März 2009

2 Flüge später

Hechel. So 1-Tag-Besuche gehen an die Substanz. Heute abend bin ich noch in Delhi. Morgen früh um 8.30 gehts dann weiter nach Bombay. Und um 18.30 weiter zurück nach Chennai.

Jetzt bin ich also noch eine Nacht in Delhi, dass sich sehr freundlich gezeigt hat. Kein Sandsturm wie im letzten Mai. Dafür einen tollen Blick auf das Regierungsviertel von meinem Zimmer im Le Meridien aus.









Hier in Indien sagt übrigens wirklich jeder mit dem ich zu tun habe Bombay statt Mumbai. Also habe ich mir es auch wieder angewöhnt. Ich weigere mich auch Bengaluru statt Bangalore zu sagen. Die gleiche Regierung die das eingeführt hat (gaaanz weit rechts im Spektrum) verlangt übrigens auch von allen Fluggästen von Inlandsflügen 260INR damit die den Abflugterminal am neuen Flughafen in Bangalore betreten dürfen. Unter dem Deckmantel "Development-Tax" also Entwicklungssteuer. Raubritterabzocke passt wohl eher. Da hat wohl jemand von der Zentral Regierung keine Kohle für den Flughafen Neubau bekommen und besorgt sich das Geld anderswertig.











Dafür ist der Flughafen richtig klasse. *Lob*
Er liegt allerdings über 30km ausserhalb der Stadt und die Autobahn ähnliche Rennstrecke war auch das erste Mal wo ich mich im indischen Strassenverkehr so richtig gefürchtet habe. Die fahren wie die Irren. 3-5 spurig je nach dem wie sehr der Vordermann im Weg fährt. Ich mochte besonders den mit Granitblöcken beladenen LKW der einfach mal so von links nach ganz rechts gewechselt hat, ohne Rücksicht darauf dass unser Corsa da noch im Weg war und unser Fahrer andachte auf stur zu schalten bis ich losschimpfte. Egal. Ein Abenteuer pro Reise muss wohl sein.

In Delhi sieht man das wohl relaxter. Es wuselt zwar so richtig mit Leuten und Mopeds und Rikshas und Autos. Aber die Hauptstädter sind wohl ein wenig abgeklärter.
Die SAE in Delhi liegt in der South Extention einem Viertel mit ganz schmalen Gässchen, Chaos, Momo Buden und eher unbekannten Mausolen aus der Mughal Ära.











So, jetzt aber ab ins Bett. Wecker klingelt um 5:55. Für 6:30 ist der Wagen bestellt. Morgen wird es mit Internetz Zugang bei mir eher mau aussehen. Kann gut sein, dass ich mich hier erst wieder aus Dubai melde.

Sonntag, 22. März 2009

Hallo nochmal, Chennai

Ich wäre also wieder hier. Dieses Mal via Dubai mit Emirates. Was eigentlich sehr gemütlich war, besonders, da das mit dem Früh-Einchecken im Hotel geklappt hat.
Ich habe dieses Mal auch auf Anhieb das Schild meines Vom-Flughafen-Abhol-Fahrers gesehen und musste nicht wie im September blöd 5x die Schlange rauf- und runterlaufen.

Jetzt ist es hier 10.36. Ich bin geduscht, in frischen Klamotten und mampfe genüsslich eine Banane vom comlimentary Fruchtkorb. Und in ein paar Minuten kommt Sujatha und dann entere ich aufs neue Chennai.

Irgendwie ist es so, als ob ich nur ein verlängertes Wochenende weggewesen wäre. Halt. Doch. Eine Änderung gibt es schon. Die Off-road Strecke bei der Ausfahrt vom Flughafen ist weg. Irgendwie schade.
Ich bin bei diesem Besuch nur sehr kurz in Indien. Der Plan ist bis Dienstag früh Chennai, dann ein Tag Bangalore, ein Tag Delhi, ein Tag Mumbai und noch mal ein Tag Chennai. Und dann gehts für 4 Tage nach Dubai. Auch nicht schlecht.

Was das ganze allerdings bedeutet, ist, dass ich relativ wenig Zeit zum Bloggen haben werde. Was sich sicher öfter ausgeht sind kurze "Statusmeldungen" bei Twitter. Meine findet man hier. Ich schreibe da allerdings hauptsächlich auf Englisch. Allerdings kann ich da Fotos von meinem Handy posten. Wie dieses.

Share photos on twitter with Twitpic

Gut. Oops. Hab vergessen Zähne zu putzen. Ok. Dann mach ich das mal. Und bin dann fürs erste mal weg. Bis später.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Wenn einer eine Reise tut..

Ich hab dann doch etwas mehr als 24 Stunden gebraucht um von Gopalapuram in den 5. Wiener Bezirk zu kommen.

Grundsätzlich ist Air India ja weitaus besser als ihr Ruf. Meinen Anschlussflug hab ich in Bombay trotzdem verpasst. Zum einen, weil wir 1 Stunde über dem Flughafen in Bombay kreisen mussten (was sich allerdings noch ausgegangen wäre in meinen 3 Stunden Zeit zwischen den Flügen) und dann weil (durchchecken ging nicht) es ein Riesenchaos bei den Gepäckbändern gab. Ich dachte ja fast noch ich schaffe es, weil mein Flug aus Chennai praktischerweise am Internationalen Terminal ankam. Nö, denkste, bis ich in der Check-in Halle (70 Minuten vor Abflug ankam) war der Austrian Airlines Schalter schon geschlossen. Und keine Chance mehr noch reinzukommen.

Was haben wir am Flughafen in Mumbai gelernt?

1. mind. 5 Stunden für Umsteigen einrechnen, dann könnte es gut gehen.
2. <500 angesehene Bollywoodfilme bringen tatsächlich was. Mein Hindi ist gut genug um mit Flughafenangestellten zu reden. Und wenn das auf Hindi passiert, sind die auch super nett und hilfsbereit.

Was also tun im Fall der Fälle? Sich einfach den erstbesten Kerl mit Funkgerät schnappen, der nach Flughafenangestellten aussieht. Und dem ein "Bhaisaab, Austrian Airlines Check-in kahan hai?" - "Wo ist der AUA Schalter?" entgegenschmettern. Auf sein "Sorry madam counter bandh hai" "Sorry, ist geschlossen", ein "Lekin main kya karo abh?" - "Ja, aber was mach ich denn jetzt?" entgegenschmettern, und schon geht wird man zu den zuständigen Stellen geleitet.

Was im Falle von gestern bedeutete, dass ich dreimal an dem Maschinengewehr im Sandsackbunker und an den bis an die Zähne bewaffneten NGI Jungs vorbei musste. Der Flughafen gleicht einer Festung.

Dann allerdings wurden wir zum Duty Manager gebracht (ich sage wir, weil ich in der Abflughalle noch Shanthi aufgelesen habe, die ebenfalls von Chennai nach Wien unterwegs war und deshalb mein Schicksal teilte). Dem haben wir unser Problem geschildert, und dass das alles ja sowas von der Schuld des Flughafens in Mumbai war und überhaupt. Woraufhin sie uns die nächstmögliche Flugverbindung nach Wien rausgesucht haben, welche der Air India Flug nach Frankfurt in der Früh und ein Weiterflug mit Lufthansa nach Wien, der uns dann um 17.30 in Wien (also ziemlich genau 12 Stunden später als ursprünglich) ankommen lies.

Es war dann schon etwas 1 Uhr Früh. Einchecken für Frankfurt ging erst ab 4.30 Uhr, deshalb haben wir uns auf Sofas in einer etwas fertigen Lounge neben seinem Büro für ein paar Stunden hingelegt und um 7:55 ging es dann endlich Richtung Europa. Bis Wien ging dann auch alles glatt. Blos da war dann noch die letzte Überaschung fällig.
Unser Gepäck hat es nämlich bis jetzt noch nicht nach Wien geschafft..

UPDATE: mein Koffer ist in Frankfurt doch tatsächlich nach Chicago weitergereist. Jetzt sollte er wieder auf dem Weg nach Frankfurt sein und wenn jetzt dann ausnahmsweise mal alles glatt geht, sollte ich ihn heute abend noch nach Hause geliefert bekommen.

und noch ein UPDATE: Koffer ist seit Donnerstag Früh wieder da. Yuchuii.

Samstag, 13. Dezember 2008

Letzter Tag im Büro

Fing ja schon gaaaanz toll an. Heute früh beim Frühstück in der Zeitung. Dieser Artikel auf der Frontseite der TOI. Wieso kommen solche Artikel eigentlich immer am Tag raus bevor ich irgendwo hinfliege? Ich hoffe blos, das mit den Yoga Sessions bringt was...

Egal. Heute also letzter Tag im Büro. In Kürze gibts ein Gesamtstaffmeeting bei dem ich ihnen nochmal den Hosenboden strammziehen werde und dann gibts Kuchen. Lecker Kuchen von "French Loaf".
Aussderdem hab ich mich schön langsam an den Sari gewöhnt, den ich heute zur Feier des Tages anhabe. Die Mädels haben die ganze letzte Woche rumgenervt, dass ich einen anziehen sollte. Also hab ich. Dazu hab ich dann heute von Durga neuen Schmuck bekommen, von Vandhana gabs Sindoor (das rote Pulver dass sich verheiratete Frauen in den Scheitel auftragen) und von Deepa ein Bindi und schön langsam kann ich auch richtig amtlich Sari anziehen.
Ein g´scheites Foto gibts davon leider nicht, da ich meine Kamera heute zuhause gelassen habe, weil ich mit Deepa und Harish direkt vom Büro aus ins Kino den neuen SRK Film anschauen gehe. Also müsst ihr mit dem hier vorlieb nehmen.















In diesem Sinne. Leberkäse und Bosna ich komme. Wir lesen/hören/sehen uns ab Montag in Wien.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Wieder mal typisch

Eigentlich sollte ich in 3 Stunden von ca. 1000 Studenten des MCC (Madras Christian College) stehen und ihnen erzählen, was für coole Jobs es in der Unterhaltungsbranche gibt. Allerdings wurde das Ganze heute früh auf nächste Woche verschoben und so bin ich raus aus der Geschichte.
Ich bin gestern extra schon früher (gegen 23.00) vom Pasha nach Hause gegangen, in das mich Sujatha und Shakti nach ein paar Drinks im 10 Downing Street geschleppt haben. Gestern war nämlich "Desi Night" in diesem hier anscheinend sehr angesagten Club, was dazu geführt hat, dass ich endlich mal tanzen konnte.
Chennai gilt ja eher als faade Stadt, was das Ausgehen angeht. Unter anderem, weil es seit einigen Jahren eine verpflichtende Sperrstunde um 23.30 Uhr gibt (die hier im Gegensatz zu zb Mumbai nicht legal umgangen werden kann) Das Pasha macht auch tatsächlich vor Mitternacht zu.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind übrigens strenger seit dem Terroranschlag. Unser Auto wurde in der Einfahrt zum The Park Hotel von drei Leuten auf Bomben und Waffen durchsucht. Meine Tasche sehr gründlich gefilzt. Ich kam ja direkt aus dem Büro und hatte deshalb unter anderem auch meine Kamera mit. Die ich am Eingang vom Pasha abgeben musste. Laut Shakti sind da schon zu oft Bilder von Dingen in die Klatschpresse gekommen, die da gar nix verloren haben..

Anyway. Auch wenn ich heute einen Punkt weniger auf meiner ToDo Liste habe, stressig ist es weiterhin.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Endspurt

Ich fliege am kommenden Sonntag nach Hause. Yuchuii.

Das heisst aber auch, dass es in den noch verbleibenden Tagen sehr sehr stressig wird, deshalb werden die nächsten Updates dann wohl erst aus Wien kommen, denn zu erzählen gibt es noch viel :)

Montag, 8. Dezember 2008

Sonntagsausflug

Es ist ja nicht so, als ob ich viel Sightseeing gemacht habe seit ich hier bin. Dazu komme ich bei meinem "Eintages-Wochenende" einfach kaum. Umso netter war es, dass mich Vandhana und Bala gestern vormittag zu Hause abgeholt haben und mit mir in den Süden von Chennai zum Dakshina Chitra Freiluft Museum gefahren sind.









Es liegt ca 20km südlich von Chennai an der ECR (East Coast Road) in direkter Nachbarschaft zum MGM Dizee World (sic!) Vergnügungspark.









Das Gelände ist richtig schön. Ein gut geführtes Freilichtmuseum mit alten Häusern aus den verschiedenen Staaten Süd-Indiens. Dazu gibt es Einblick in unterschiedlichste Kunsthandwerksberufe









Man kann sich von Papageien die Zukunft vorhersagen lassen, einem Sariweber bei der Arbeit zuschauen, frisches Kokosnuss Wasser direkt aus der Kokosnuss trinken, töpfern, malen, essen, shoppen, heiraten, einfach nur herumwandern oder gemütlich aus der Veranda meines Lieblingshauses, einem Hindu Farmhaus aus Kerala, sitzen.

Mehr Bilder wie immer auf Flickr. (Und vielleicht bald noch ein Update hier. Ich glaube Bala hat mich bei meinen erbärmlichen Versuchen an der Töpferscheibe, mit denen ich alle Umstehenden köstlichst unterhalten habe, fotografiert..)

Dakshina Chitra. Besuchsempfehlung. Besonders wenn man danach noch ein paar Minuten weiter Richtung Süden zum ECR Dabba, einem sehr leckeren Punjabi Lokal essen fährt. Butterchicken und Cheese Naan. Lecker.

UPDATE: wie versprochen, ein Bild von meinen Versuchen an der Töpferscheibe. Als passendes Hintergrundgeräusch in diesem Moment stelle man sich schallendes Gelächter der Umstehenden und des Töpfers vor. Weil mir da grad der Ton um die Ohren flog.












Ich bleibe dann doch lieber bei Tontechnik..

Freitag, 5. Dezember 2008

Ich wagte ja nicht zu träumen...

Oh mei, ich wusste ja gar nicht, dass sich das Paradies in der Prince Plaza in Egmore (Pantheon Rd direkt gegenüber der Krankenhauses) versteckt hat. Um exakt zu sein in den Geschäften mit dem bezeichnenden Namen "Dream´s come true" im Erdgeschoss.









Ich. Habe. Noch. Nie. So. Viele. Bangles (Armreifen) auf einen Haufen gesehen.









Die Preise liegen bei 20 Rupies für ein dutzend ganz einfache Plastikreifen und 1200 Rupies für besonders aufwendige Stücke und dazwischen gibt's alle Farben und Designs, unterschiedlichste Grössen, im Set oder als Einzelstück, mit und ohne Glitzer, mit und ohne Strass, aus Glas, aus Plastik, aus Metall. Abertausende Stück in meterlangen Regalen

















Ach ja, Bindi hat er auch. Und Fussketterl. Und Zehenringe....









*seufz* und ich flieg mit der AUA zurück und das heisst max. 20kg im Gepäck statt den 28kg bei Jet Airways.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Pondy Bazaar bei Nacht

Bin gestern nach der Arbeit noch schnell zu einem Geschäft in Pondy Bazar gefahren um ein paar Kleidungsstücke vom Schneider abzuholen. Ich würde den ganzen Pondy Bazar ja am liebsten so wie er ist einpacken und nach Wien mitnehmen.












Es macht so viel Spass sich zwischen den Ständen durchzuzwängen und die "Madam, you want nice Salwar" "Madam, look here, very cheap" Händler abzuwehren oder halt 5 Minuten wegen 10 Rupies zu handeln.














Ganz zum Schluss bin ich dann noch an einem Grafiti von Rajinikanth vorbei, dass ich unbedingt fotographieren musste.














Uihh hab ich damit Aufmerksamkeit auf mich gezogen. Manche Leute sind sogar mit ihren Mofas stehen geblieben um mir zu erklären, wer das da an der Wand wohl sei und ich habe begeisterte Ausrufe geerntet als ich ihnen erzählen konnte, dass ich a) ganz genau weiss wer das ist, danke vielmals und b) sogar 4-5 Filme von ihm gesehen habe. Aus dem Staub habe ich mich dann erst gemacht, als Rajinikanth und Kamal Hassan Fans miteinenander zu diskutieren anfingen...

Ein paar mehr Fotos gibts noch auf Flickr.

Sonntag, 30. November 2008

Advent, Advent

Hier nicht wirklich. Das einzige weihnachtliche bis jetzt war das CD Regal mit Weihnachtsongs im Landmark heute. Erfreulicherweise verzichtet man hier (noch?) auf die dazugehörige Berieselung in den Geschäften. Heute gab es statt dessen "The Eagles".

Auch ein bisserl surreal. Chennai. Spenzer Plaza. Draussen knapp 30 Grad. Drinnen auch (Klimaanlage war ausser Betrieb). Erster Advent. Stapel von Weihnachts-CD´s. Und "Hotel California" als Hintergrundmusik.

Sonst gibts noch zu erzählen, dass sich auch hier wieder die Lage beruhigt. Die Strassen in den meisten Vierteln sind wieder passierbar. Indien hat einen neuen Innenminister. Das Cafe Leopold in Mumbai sperrt morgen anscheinend wieder auf.

Suketu Metha, der Autor von Bombay Maximum City hat einen Kommentar in der NY Times geschrieben dem ich absolut zustimmen kann.

Samstag, 29. November 2008

Das Schlimmste ist vorbei

Es sieht so aus, als ob seit heute Vormittag nun auch das Taj Mahal Hotel wieder unter Kontrolle der Armee und Polizei ist.
Ich habe den Grossteil des gestrigen Tages damit verbracht wie gebannt vor dem Fernseher zu sitzen (der zum Glück wieder funktioniert) und die furchtbaren Geschehnisse in Mumbai zu verfolgen, da ich gestern nur kurz zu Mittag für eine Stunde im Büro war, denn auch hier in Chennai hatten wir in den letzten Tagen Ausnahmezustand.















Zyklon Nisha hat uns über 1,5 m Regen in 3 Tagen beschert. Was dann gestern entgültig dazu geführt hat, dass Teile von Chennai so stark überschwemmt waren, dass wir das Büro geschlossen liessen, weil mehr als 3/4 von Staff und Studenten keine Möglichkeit hatten herzukommen.

















Ich persönlich habe ja Glück gehabt, denn meine Gegend liegt leicht erhöht, deshalb musste ich nur durch 15 cm hohes Wasser waten, als es mir gegen Abend in meinem Zimmer zu eng wurde und ich beschloss mir nochmal Varanam Aaiyram im Kino anzusehen. Einige der Mitarbeiter hier allerdings haben es heute immer noch nicht aus dem Haus geschafft (bei Asha aus der Marketingabteilung steht das Wasser immer noch über 180cm hoch) andere erzählen, dass es zumindest gestern recht übel war in ihren Vierteln.

Heute Nacht war es relativ niederschlagsfrei und deshalb war es in der Früh zumindest für mich dann auch nicht mehr besonders spannend auf dem Weg in die Arbeit.















Es soll zwar noch mal etwas Regen geben in den nächsten Tagen, aber ich denke das Schlimmste ist auch hier vorbei.

Donnerstag, 27. November 2008

Mir gehts gut, ich bin ja auch ganz weit weg von Mumbai

Ich war gestern abend was essen mit Rathish und einer Freundin und hab mir im Meenam in Harrisons Hotel den Bauch mit lecker Fish Tandoori, Chicken Pepper Fry und Egg Dosai vollgeschlagen und habe das erste Mal seit ich in Indien bin was alkoholisches getrunken.

Gegen 10.30 Uhr haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Zum Glück fährt Ratish einen SUV, denn ein Zyklon hält uns seit 3 Tagen ganz schön auf Trab und die meisten der Strassen hier gleichen inzwischen eher venezianischen Kanälen. Zuerst haben wir Rathishs Freundin abgesetzt, was mich in den Genuss brachte an Rajinikanths schwer bewachten Haus vorbeizufahren, und dann haben wir uns einen Weg zu mir nach Hause gebahnt.

Zuhause angekommen hab ich, wie immer, gleich mal den Fernseher eingeschalten und bin auch, wie ebenfalls üblich, "sicherheitshalber" erst mal zu einem der Newschannels gezappt. Und da war es dann auch schon: Breaking News auf jedem der Kanäle über Schusswechsel in Süd Mumbai im Bereich vom Taj und Oberoi Hotel. Noch wusste keine was genau los war, es gab Bilder von Einschusslöchern im Cafe Leopold und Spekulationen, dass es sich vielleicht um einen Krieg zwischen verfeindeten Gangstern handeln könnte . Und dann -- war meine Satellitenverbindung weg. So wie es aussieht hat der Wind ein Stück Baum auf die Leitung geworfen und uns damit die Möglichkeit genommen weitere Infos zu bekommen.
Heute früh beim Frühstück sprachen die Aufmacher bei The Hindu und der Times of India allerdings schon von terroristischen Akten und deshalb hab ich geschaut, dass ich so rasch wie möglich in die Firma und damit in Reichweite des Internets komme.

Also wie gesagt, mir gehts gut. Ich habe auch nicht vor in nächster Zeit nach Mumbai zu reisen. Die Gefahr eines solchen Anschlages hier schätze ich auch sehr sehr niedrig ein. Zum Einen ist Chennai doch eher Provinz und damit zu wenig medienwirksam und ausserdem haben wir im Moment zu viel Monsoon um einen erfolgversprechenden Anschlag hier durchführen zu können [/Zynismus off]

Montag, 24. November 2008

Man soll nix verschreien..

Seit Freitag 18.00 Uhr regnet es so richtig monsoon-ig (also immer wieder mal super heftig dann tröpfelt es, dann ist wieder mal kurz Ruhe usw). Freitag abend begann das ganze mit 2 Stunden mörderischem Schütten. Ich hatte allerdings Glück und hab noch eine Riksha (zu Normalpreis!) erwischt, so bin ich dann doch fast rechtzeitig zum Konzert gekommen.











Es ist irgendwie leicht surreal, in einem indischen Konzertsaal zu sitzen unter den wachsamen Augen mit Girlanden geschmückter Bilder toter berühmter tamilischer Künstler, unter einem Heer von Deckenventilatoren und einem deutschen Jazztrio zu zuhören.









Schade, dass mir die Musik etwas zu lauwarm war. Ich bin dann doch eher der high-energy Jazzfan. Nichtsdestotrotz war es spannend das Publikum zu beobachten. Das erste, dass mir aufgefallen ist, es gab keine Jazzpolizei (wie bei uns). Blos ein paar besonders "coole" Fans die auch bei den lahmsten (um nicht zu sagen langweiligsten Nummern) geradezu in Trance verfallen sind..











Oh ja und dann war da noch eine der übelsten Bühnendekos, die mir jemals untergekommen sind. Dafür war der Sound klasse. Und das ist ja dann doch viel wichtiger. Jawohl.

Sonntag, 23. November 2008

wie praktisch, dass ich verheiratet bin

und zwar, weil ich deshalb ohne blöd angeschaut zu werden diese Dinger tragen kann:



















Siberne Zehenringe.
Eines der Merkmale ob Frau verheiratet ist oder nicht. Ich finde die klasse, seit ich sie mal in einem Film gesehen habe, war aber immer etwas unsicher ob es in Ordnung ist, wenn nicht-indische-nicht-hindu Frau sowas trägt. Iss´ es. Und deshalb hab ich mir letzte Woche gleich 4 Paar zugelegt. Die kosten übrigens fast nix. Meine (die ich in einem Juwelierladen gekauft habe) waren zwischen 100 und 120 Rupies.

PS: Ich bitte den Zustand meiner unmanekürten Füsse zu entschuldigen.